Nach diesem Motto machten sich zwei Schützen um halb sechs Uhr am Sonntagmorgen auf den Weg nach Philippsburg, um bei der diesjährigen Deutschen Meisterschaft 3GUN,
welche vom 24.09.-27.09.2026 in der Schießanlage SAPB Phillipsburg stattfand, teilzunehmen.
Zu einer späteren Uhrzeit sollte noch ein Dritter ebenfalls den Weg nach Phillipsburg finden.
Um halb neun Uhr ging es dann für die einzige Schützin unserer Teilnehmer an den anspruchsvollen 3GUN Parcours.
Es wurden fünf Stages (Parcours) mit einer Mindestanzahl an abzugebenden Schüssen absolviert.
Auf den fünf unterschiedlichen Stages waren sowohl Stahlziele, zerbrechliche Ziele (Fliesen) als auch Papierziele (Ringscheiben als Büchsenziele und Speedscheiben als Kurzwaffenziele mit mindestens 83 Schuss aus der Kurzwaffe, 83 Schuss mit der Büchse sowie 44 Schuss mit der Flinte (36 Birdshot & 8 Slugs) zu beschießen.
Es konnte hierbei ein starkes Ergebnis im 3GUN-Parcours durch unsere Teilnehmerin erreicht werden:
6. Platz Overall Standardklasse
Am späten Vormittag stieg dann der erste Teilnehmer in der 3GUN-Fertigkeit ein.
Hierbei werden drei Waffen (Flinte/Kurzwaffe/Büchse) genutzt.
Grundsätzlich ist eine Teilnahme in diesem Wettbewerb in acht unterschiedlichen Kategorien mit jeweils unterschiedlichen Waffentypen möglich.
Der erste Teilnehmer der SGi absolvierte hierbei in zwei Kategorien jeweils zwei Durchgänge mit 15 Schuß gesamt und 5 Schuß pro Waffe je Durchgang.
Nach der Mittagspause gesellten sich die anderen beiden Schützen hinzu und absolvierten ebenfalls jeweils zwei Starts mit zwei Durchgängen in denselben Kategorien.
Es konnten die nachfolgenden Ergebnisse in 3GUN-Fertigkeit erreicht werden:
5. Platz Damen Kurzwaffenkaliber offene Visierung
9. Platz Herren Kurzwaffenkaliber offene Visierung
24. Platz Herren Kurzwaffenkaliber offene Visierung
1. Platz Damen Langwaffenkaliber offene Visierung
8. Platz Herren Langwaffenkaliber offene Visierung
14. Platz Herren Langwaffenkaliber offene Visierung
Doch was steckt überhaupt hinter den Disziplinen 3Gun-Fertigkeit und 3Gun-Parcours?
Der Dreiklang der Waffen
Der Name ist Programm: „3Gun“ steht für den obligatorischen Einsatz von drei grundverschiedenen Schusswaffen während einer einzigen sportlichen Übung (Parcours/Stage).
Die Schützen müssen nacheinander mit einer Flinte (Repetier- oder halbautomatische Flinte), einer Kurzwaffe (halbautomatische Pistole oder Revolver) und einer Büchse (Repetier- oder halbautomatisches Gewehr) antreten.
Geschossen wird ausschließlich in der anspruchsvollen Anschlagsart „stehend freihändig“.
Das bedeutet für die Schützen: kein Anlehnen, kein Aufstützen – die Stabilisierung der Waffe erfolgt rein aus der eigenen Körperbeherrschung.
Festgelegter Ablauf statt freier Bewegung – 3GUN-Fertigkeit im BDS
Im Gegensatz zur Variante „3GUN-Parcours“, bei der die Wege und Abläufe variabel gestaltet sind, ist die „3GUN-Fertigkeit“ strikt durchgetaktet:
Die Zielgruppen
Pro Waffe müssen exakt fünf Ziele unter Beschuss genommen werden. Meist handelt es sich um Metallklappscheiben, die nur als Treffer gewertet werden, wenn sie komplett umfallen.
Die Distanzen
Je nach Waffenart sind die Entfernungen präzise gestaffelt. Während mit der Flinte auf kurze Distanzen zwischen 7 und 15 Metern geschossen wird, rücken die Ziele für die Kurzwaffe bis zu 25 Meter weit weg. Bei der Büchse kommen – je nach Kaliber – Distanzen von über 8 bzw. 50 Metern zum Einsatz.
Bei der diesjährigen DM 2026 wurden mit der Flinte die Ziele aus 15m Entfernung, mit der Kurzwaffe aus 20m Entfernung und mit der Büchse aus einer Entfernung von 25m beschossen.
Der Kampf gegen die Sekunden
Das Reglement ist gnadenlos digital: Die Wertung basiert auf der Gesamtzeit, die mittels eines akustischen Timers gemessen wird. Nach dem Startsignal nimmt der Schütze die erste, unterladene Waffe von der Ablage auf, feuert seine Schüsse ab, sichert die Waffe und legt sie in eine vorgegebene, sichere Richtung zurück. Erst dann darf er zur nächsten Schießposition gehen.
Ein Nachladen ist während der Übung strikt verboten. Wer seine begrenzte Munition (maximal 8 Schuss für Pistole/Büchse, 6 Schuss für die Flinte) verbraucht, ohne alle Ziele getroffen zu haben, muss weiterziehen.
Das bittere Resultat
Für jedes nicht getroffene Ziel sowie für jeden Ablauffehler werden der Schießzeit unbarmherzige 10 Sekunden Strafzeit hinzugerechnet. Am Ende gewinnt schlicht der Schütze mit der kürzesten Gesamtzeit.
Sicherheit als oberstes Gebot
Trotz der Dynamik und der tickenden Uhr steht die Sicherheit an absolut erster Stelle.
Das Regelwerk des BDS lässt keinen Spielraum für Fehler: Sogenanntes „Sweeping“ – also das unbedachte Schwenken der Mündung in Richtung von Personen oder eines eigenen Körperteils – führt ebenso zur sofortigen Disqualifikation vom gesamten Wettbewerb wie das Ablegen einer nicht gesicherten Waffe oder das Bewegen zwischen den Positionen mit einer Waffe in der Hand.
Dynamik, Taktik und absolute Waffenbeherrschung: Das 3GUN-Parcours-Schießen im BDS
Der ultimative Härtetest für Sportschützen: Wie die Parcours-Disziplin des Bundes Deutscher Sportschützen (BDS) Athleten durch wechselnde Barrieren, flexible Zielmedien und die Jagd nach dem perfekten „Hitfaktor“ fordert.
Höchste Konzentration unter körperlicher Bewegung, taktisches Geschick und der blitzschnelle Wechsel zwischen drei völlig verschiedenen Waffensystemen.
Das „BDS-3GUN-Parcours-Schießen“ gilt als die Königsklasse des dynamischen Schießsports.
Während bei der verwandten „Fertigkeits“-Disziplin die Abläufe und Schusszahlen noch strikt pro Position vorgegeben sind, bricht im Parcours die Stunde der Strategen an.
Hier wartet auf die Schützen ein fließendes, physisch forderndes Wettkampfszenario, das Mensch und Material alles abverlangt.
Ein Sportler, drei Waffengattungen
Auch im Parcours bleibt der namensgebende Dreiklang bestehen: Jeder Athlet muss eine Kurzwaffe (Pistole oder Revolver), eine halbautomatische Büchse (Gewehr im Langwaffenkaliber oder Langwaffe im Kurzwaffenkaliber, sogenannte PCC) und eine Flinte (Repetier- oder halbautomatische Flinte) beherrschen.
Je nach Ausrüstungsklasse – von der klassischen „Standardklasse“ über die „Praktische Klasse“ mit Leuchtpunktvisieren bis hin zur „Offenen Klasse 1 und 2“, in der hochentwickelte Optiken, Zweibeine und Kastenmagazin-Flinten erlaubt sind – misst sich die sportliche Elite in separaten Wertungsgruppen.
Was die Parcours-Disziplin so faszinierend macht, ist der Aufbau der Schießübung.
Die Schützen bewegen sich durch ein künstliches Areal, das durch physische Begrenzungslinien – sogenannte „Fault Lines“ – und Barrieren wie Netze oder Absperrbänder begrenzt ist.
Die Krux dabei: Die Barrieren sind so konstruiert, dass der Schütze niemals alle Ziele aus einer einzigen Position heraus beschießen kann. Er muss sich bewegen, in die Knie gehen oder auch im Liegen schießen. Manchmal auch in ungünstigen oder ungewohnten Schießpositionen (schwache Schulter/schwache Hand oder ungünstige Anschlagsmöglichkeiten für lange Distanzen über 200 m).
Im Gegensatz zur „Fertigkeit“ dürfen die Waffen hier meist voll geladen gestartet werden, sofern sie direkt zu Beginn in der Hand oder im Holster geführt werden. Auch das Nachladen von Magazinen, die am Gürtel mitgeführt werden, ist im laufenden Parcours ausdrücklich erlaubt und taktisch notwendig.
Die Mathematik des Erfolgs: Der „Hitfaktor“
Die Abrechnung am Ende einer Übung folgt einem hochentwickelten mathematischen Prinzip.
Es gewinnt nicht einfach der Schnellste oder der Treffsicherste, sondern derjenige mit dem besten Verhältnis aus beidem – dem sogenannten Hitfaktor.
Die Ziele
Beschossen wird eine abwechslungsreiche Mischung aus Papier- (z.B. BDS-Speed- oder Ringscheiben), Stahlziele (Klappscheiben) und alternativen Zielen wie Luftballons oder zerbrechliche Ziele (Wurfscheiben, kleine Fliesen, etc).
Die Berechnung:
Die Punkte für alle getroffenen Ziele werden addiert. Davon werden bittere Strafpunkte abgezogen – ein einziges verfehltes Ziel (Fehlschuss) schlägt mit -20 Punkten zu Buche, ebenso wie ein Ablauffehler (z.B. das Übertreten einer Fault Line beim Schuss oder das Nichtbeachten einer in der Stagebeschreibung vorgegebenen Schieß- oder Startposition).
Das Ergebnis
Diese Gesamtpunktezahl wird durch die exakte benötigte Zeit dividiert. Der Schütze mit dem höchsten Hitfaktor erhält die maximale Punktzahl für den Parcours, alle anderen werden prozentual daran gemessen.
Sicherheit duldet keine Fehler
Trotz der enormen Dynamik und des Adrenalinkicks ist die Sicherheit das unumstößliche Fundament des Sports.
Der Zugang zum Parcours-Schießen ist streng reglementiert: Nur Schützen, die einen speziellen BDS- oder IPSC-Sicherheits- und Regeltest bestanden haben, dürfen überhaupt an den Start gehen.
Die kleinste Unachtsamkeit führt zur sofortigen Disqualifikation vom gesamten Wettkampf (Match-DQ).
Wer eine Waffe fallen lässt, sie ungesichert ablegt, unbeabsichtigt einen Schuss abgibt oder beim Bewegen die Mündung über eigene oder fremde Körperteile schwenken lässt („Sweeping“), fliegt sofort aus der Wertung und muss den Wettbewerb abbrechen.
Das BDS-3GUN-Parcours-Schießen zeigt eindrucksvoll moderne, athletische Maßstäbe
Ein anspruchsvoller Leistungssport, bei dem ein kühler Kopf, körperliche Fitness und absolute Disziplin über den Sieg entscheiden.

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