IPSC

IPSC – modern, dynamisch und anspruchsvoll

Über kurz oder lang, wird kein erfahrener Sportschütze an dieser interessanten und anspruchsvollen Disziplin vorbeikommen.
Dieser weltweit einzigartige dynamische Schießsport erfährt seit Jahren in Deutschland wachsenden Zuspruch.
Der verantwortungsvolle und gekonnte Umgang mit dem Sportgerät (Waffe), eben die Verbindung von extremer Sportlichkeit und unabdingbarer Präzision, machen IPSC zur absoluten Königsdisziplin im Schießsport.




Allgemeines
Die International Practical Shooting Confederation (IPSC; deutsch sinngemäß: Internationaler Verband für angewandten Schießsport) ist ein internationaler Sportschützenverband mit Registrierung in Lindingö / Schweden sowie Sitz auf Mallorca / Spanien und Träger der gleichnamigen Schießsportdisziplin.
Neben Schusspräzision ist auch die schnellst mögliche Bewegung der Schützen und der Zeitbedarf für das Absolvieren festgelegter Parcours (“Stages”) relevant. Die Sportler bewegen sich also innerhalb eines vorgegebenen Parcours und beschießen verschiedene Ziele aus unterschiedlichen Positionen.
Es wird daher als dynamischer Schießsport bezeichnet, in Abgrenzung zum statischen Schießsport, bei dem der Schütze ausschließlich an einem festen Platz steht und oftmals nur eine Zeitbegrenzung existiert.




Geschichte
Der Verband wurde im Mai 1976 auf der International Pistol Conference in Columbia (Missouri/U.S.A.) gegründet. Colonel Jeff Cooper war der erste IPSC-Präsident. Als Maximen des praktischen Schießens wurden damals Präzision, Kraft und Schnelligkeit gefordert.

Das Motto im IPSC lautet DVC und steht für (lateinisch):

Diligentia (Präzision),
Vis (Kraft) und
Celeritas (Schnelligkeit).

Über die Dachverbände gibt es in 110 Ländern mehr als 800.000 Mitglieder. Jährlich werden mehr als 350 internationale Wettkämpfe durchgeführt, mit Teilnehmerzahlen bis zu über 1.600 Schützen/Schützinnen.




Kategorien
IPSC ist in mehrere Waffenkategorien (Divisionen) unterteilt. Jede Kategorie hat eigene technische Regeln für Waffen und Ausrüstung.
Bei den verwendeten Waffenkategorien handelt es sich derzeit um

– Handgun (Pistole)
– Handgun KK (KK Pistole)
– PCC / Practical Carbine Caliber (Langwaffe im Kurzwaffenkaliber)
– Mini Rifle (Büchse im Kleinkaliber)
– Rifle (Büchse)
– Shotgun (Flinte)
– Action Air (Airsoft Waffe bis 1,0 J)





Wertungssystem


Wertungsklassen (Minor/Major)

Im IPSC gibt es in den meisten Klassen (Divisions) zwei verschiedene Wertungen, Major und Minor, die vom verwendeten Kaliber und manchmal auch von der Stärke der Patronenladung abhängt. Damit wird ein gewisser Ausgleich geschaffen für die schwierigere Handhabung größerer oder stärkerer Kaliber (mehr Rück- und Hochschlag, geringere Magazinkapazität), da die Schützen einer Klasse (Division) unabhängig vom verwendeten Kaliber im gleichen Wettbewerb gegeneinander antreten.
Das Mindest-Kaliber ist 9×19 mm oder .354 (nicht .357) bei ebenfalls mindestens 19 mm Hülsenlänge. Damit ist auch das
Kaliber .38 Super Auto zulässig.

Die Ladungsstärke einer Patrone wird durch den Power Factor angegeben. Er berechnet sich aus dem Geschossgewicht (m) in Grains und der Geschwindigkeit (v) des Geschosses in Fuß pro Sekunde:

{\frac  {m[grs]\cdot v[fps]}{1000}}



Wertungsziele
In den unterschiedlichen IPSC-Disziplinen kommen unterschiedliche Zielmedien zum Einsatz (paper targets, popper, metal plates, clays, etc).
In allen Disziplinen werden Papierziele “paper targets” in unterschiedlichen Größen verwendet.
Popper, metal plates oder clays werden bei einem Treffer grundsätzlich mit fünf Punkten gewertet.
Papierziele werden stets in unterschiedliche Wertungszonen mit unterschiedlicher Gewichtung/Punkte (abhängig von der Wertungsklasse unterteilt).

ZoneACD
Minor531
Major532

Auf einem Parcours können ebenfalls Strafziele enthalten sein, welche bei einem Treffer mit Strafpunkten für den Schützen gewertet werden.
Typische Strafarten sind:

– Miss (Fehlschuss): -10 Punkte
– No-Shoot-Treffer: -10 Punkte
– Procedural: -10 Punkte
– Sicherheitsverstoß: Verwarnung oder Disqualifikation




Hit Factor – Berechnung der Wertung


Die zentrale Kennzahl ist der Hit Factor.

Hitfaktor = Punkte / Zeit



Beispiel:
erzielte Punkte: 100
Zeit: 20 Sekunden
Hit Factor: 100 / 20 = 5,0

Der Schütze mit dem höchsten Hit Factor gewinnt die Stage.
Alle anderen Teilnehmer erhalten einen prozentualen Anteil der Punkte.





Kein IPSC-Sport ohne BDS-Mitgliedschaft und Prüfung

Vertretungsrechte dieser Sportart werden weltweit (in einer Art Franchise-Verfahren) jeweils nur an 
einen Verband einer Region vergeben.
Die Vertretungsrechte der Region Deutschland liegen beim Bund Deutscher Sportschützen 1975 e.V. (BDS).
Im Umkehrschluss heißt das, dass andere Verbände nicht berechtigt sind, IPSC-Schießen durchzuführen und Nicht-BDS-Mitglieder, die ihren permanenten Wohnsitz in Deutschland haben, auch nicht über einen ausländischen Verband Mitglied der IPSC werden können.
Hieraus folgt, dass als erster Schritt zur Ausübung des IPSC-Sports in Deutschland zwingend der Beitritt in den BDS erforderlich ist, bzw. in einen seiner Vereine.
Das gilt insbesondere auch für das Ablegen des sogenannten Sicherheits- und Regeltests (SuRT), der (auch aus versicherungsrechtlichen Gründen) nur von BDS-Mitgliedern absolviert werden kann.
Für die verschiedene IPSC Disziplinen gibt es zwei unterschiedliche SuRTs. Die Basislizenz befähigt für den Umgang und Teilnahme an Kurzwaffenwettbewerben. die erweiterte Lizenz ermächtigt zusätzlich zur Teilnahme an Langwaffenwettbewerben (PCC, Mini Rifle, Rifle & Shotgun).

Nachdem sich der Schütze ausreichend im Verein die nötigen Kenntnisse in der Waffenhandhabung, den Sicherheitsanforderungen und Regeln sowie der gängigen Kommandos erworben hat, kann er sich zum Sicherheits- und Regeltest (SuRT) anmelden.
Voraussetzung, aber nicht Bedingung, ist im Allgemeinen, dass der Prüfling bereits eine eigene Waffe besitzt, mit der er sicher umgeht.
Sicherheits- und Regeltests finden in den Landesverbänden in unregelmäßigen Abständen statt. Interessenten des Landesverbandes Baden-Württemberg können sich direkt beim jeweiligen Prüfer anmelden.
Bei bestandenem SuRT erhält der Schütze eine Lizenz, ähnlich wie in einigen anderen Sportarten, die ihn zur Teilnahme an Wettkämpfen und Meisterschaften berechtigt. Diese Lizenz gilt zunächst für zwei Jahre mit der Maßgabe, dass der Schütze in der Zeit mindestens an vier sanktionierten Matches teilnimmt. Diese Maßnahme soll sicherstellen, dass sich das im SuRT Gelernte unter Wettkampfbedingungen fest einprägt.


Nach ausreichender Wettkampferfahrung besteht ebenfalls die Möglichkeit, sich als Range Officer (Schießleiter IPSC / Wettkampffunktionär) weiterbilden zu lassen.
Ohne entsprechende ausreichende Wettkampffunktionäre ist eine Durchführung eines Matches/Wettkampf nicht möglich.



IPSC = Mix aus Sport, Strategie und Adrenalin

Die wichtigsten Informationen sind auch aus der Lektüre “We are IPSC – are you ready ?” zu entnehmen.

Weitergehende Informationen gibt es auf der Seite des internationalen Verbandes IPSC sowie vom
Bund Deutscher Sportschützen – IPSC zu entnehmen.