Field Target


Field Target – Präzision und Natur im Einklang

Field Target ist eine besondere Form des Schießsports und wird oft als unblutige Jagdsimulation beschrieben.
Mit hochpräzisen Luftgewehren treten Schützen in naturnahen Parcours gegeneinander an und simulieren die Jagd auf Kleintiere – jedoch ausschließlich auf metallische Ziele.
Field Target ist eine faszinierende Disziplin des Schießsports, bei der Präzision, Konzentration und das Verständnis für Ballistik im Mittelpunkt stehen.
Ursprünglich aus Großbritannien stammend, hat sich Geschossen wird mit Luftgewehren auf unterschiedlichste Distanzen – meist zwischen 7 und 50 Metern – auf sogenannte Klappziele („Knock-Down Targets“), die nur bei einem präzisen Treffer im Zielbereich umfallen.
Organisiert wird der Sport international unter anderem durch die World Field Target Federation (WFTF), die weltweit zahlreiche nationale Verbände vereint.


Field Target wird typischerweise im Gelände oder auf naturnahen Parcours (Wald-, Feld- oder Buschgelände) ausgetragen und unterscheidet sich deutlich vom klassischen Scheibenschießen:.

– Unbekannte Distanzen – der Schütze muss die Entfernung selbst einschätzen
– Klappziele mit Trefferzone – lebensgroße Tier-Silhouetten (z.B. Kaninchen, Krähen, Ratten)
– nur ein präziser Treffer im Hit-Zone-Bereich zählt (Trefferzone, meist 15-40mm); nur ein Treffer in die Hit Zone bringt das Ziel zum Umfallen – Treffer auf die Silhouette selbst zählen nicht
– Unterschiedliche Schießpositionen sitzend (häufigste Position), kniend, stehend (alle Anschläge erfolgen frei, also nur mit Unterstützung durch den eigenen Körper)
– Parcours-System – mehrere Stationen („Lanes“) mit jeweils mehreren Zielen
Der besondere Reiz liegt darin, dass jede Situation individuell analysiert werden muss – von der Entfernung bis zu den äußeren Bedingungen.



Ein typischer Wettkampf erfolgt in Form eines Parcours:

– 25 bis 50 Ziele pro Runde
– mehrere Schießkorridore („Lanes“)
– Distanzen zwischen 9 und 50 Metern
– maximal eine Minute pro Schuss

Die Schützen bewegen sich meist in Zweiergruppen durch den Parcours:
– ein Schütze schießt
– der Partner dokumentiert die Treffer auf der Scorecard



Die Herausforderung: Entfernung und Ballistik
Im Field Target entscheidet nicht nur die Schießtechnik über den Treffer, sondern vor allem:
– Entfernungsschätzung – häufig über das Zielfernrohr (Parallaxeneinstellung)
– Geschossflugbahn – insbesondere bei Luftgewehren mit niedriger Geschwindigkeit
– Wind und Umgebungseinflüsse
– schnelle Anpassung an wechselnde Bedingungen
– Trefferzone (Kill Zone) – oft nur wenige Millimeter groß

Selbst kleine Fehler bei der Einschätzung führen zu Fehlschüssen – Präzision und Erfahrung sind daher entscheidend.
Besonders anspruchsvoll: Messgeräte wie Laser-Entfernungsmesser sind nicht erlaubt – die Distanz muss ausschließlich über Erfahrung und Optik ermittelt werden.
Wasserwaagen und Windindikatoren sind erlaubt.



Field Target verlangt vom Schützen weit mehr als nur Treffsicherheit:
– Exakte Entfernungsschätzung (ohne elektronische Hilfsmittel)
– Berücksichtigung der Flugbahn des Geschosses
– Windlesen und Korrekturen
– schnelle Anpassung an wechselnde Bedingungen


Waffen und Klassen
Im Field Target werden überwiegend Luftgewehre im Kaliber 4,5 mm (.177 – Einzellader) eingesetzt.
Größere Kaliber sind möglich, kommen jedoch selten zum Einsatz.

Es existieren verschiedene Klassen, die sich vor allem durch Energie und Ausrüstung unterscheiden:
– Federdruck (Springer) – mechanische Systeme, besonders anspruchsvoll zu schießen
– Pressluft (PCP) – moderne Systeme mit konstanter Leistung
– Leistungsbegrenzung (z. B. 7,5 Joule in Deutschland oder höhere Energien international bis 16,3 Joule)
Je nach Klasse gelten unterschiedliche Anforderungen und Regelwerke.




Was macht Field Target besonders?
– Kombination aus Natur, Technik und Präzision
– hohe Anforderungen an Konzentration und Wiederholgenauigkeit
– abwechslungsreiche Parcours im Freien
– ideal für Einsteiger und erfahrene Schützen gleichermaßen
– Field Target ist weniger von Geschwindigkeit geprägt, sondern vielmehr von kontrollierter, analytischer Schießleistung.

Field Target ist eine einzigartige Disziplin, die sportliches Schießen mit Naturerlebnis und technischem Verständnis verbindet. Die Mischung aus Entfernungsbestimmung, Ballistik und präziser Schussabgabe macht jeden Durchgang zu einer neuen Herausforderung.
Ob als Einstieg in den Schießsport oder als anspruchsvolle Wettkampfform – Field Target begeistert durch seine Vielseitigkeit und seinen besonderen Charakter.



Weitere Details sind aus dem internationalen Regelwerk der WFTF sowie dem deutschen Regelwerk des BDS – Field Target 1 sowie
BDS – Field Target 2 zu der jeweiligen Division zu entnehmen.